Stettfeld
Volltextsuche

Aktuelles aus dem Veterinäramt zur Geflügelpest bzw. zur afrikanischen Schweinepest

19.09.2022

Geflügelpest Situation:
Nachdem sich über die Sommermonate das Geflügelpestgeschehen auf Norddeutschland beschränkt hatte, ist jetzt wieder die Ausbreitungstendenz nach Süden und auf ganz Deutschland zu erkennen. Leider muss daher auch wieder in Bayern mit dem Auftreten der Virusinfektion gerechnet werden. Empfänglich sind insbesondere Hühner, Puten, Enten und Gänse. Daher sind alle Halter von Geflügel – ab dem ersten Vogel und auch Hobbyhalter – verpflichtet, die Haltung bei der zuständigen Behörde anzumelden und mitzuteilen, ob Geflügel in Ställen oder im Freien gehalten wird. Darüber hinaus ist von Tierhalter ein Register zu führen, in welches mindestens die Herkunft der Tiere und ein Abgang von Tieren (woher und wohin, jeweils mit Datum) einzutragen ist. Weitere verpflichtende Inhalte regelt § 2 der Geflügelpestverordnung. Das Veterinäramt muss jederzeit wissen, wo überall sich Geflügel befindet. Nur so kann ein effektiver Schutz vor einer möglichen Virusausbreitung sichergestellt werden. Außerdem sind folgende Sicherheitsmaßnahmen JEDERZEIT UND GANZJÄHRIG zu berücksichtigen:
- Geflügel nur an Stellen füttern, die für Wildvögel nicht zugänglich sind
- Geflügel nicht mit Oberflächenwasser tränken, das für Wildvögel zugänglich ist
- Futter, Einstreu und sonst. Gegenstände, mit dem Geflügel in Berührung kommen kann, jederzeit für Wildvögel unzugänglich aufbewahren
- Separate Stallkleidung und Schuhwerk zum Schutz von Eintrag und Verschleppung
Sollte die Geflügelpest unseren Landkreis erreichen, wird eine Stallpflicht angeordnet werden, die wahrscheinlich über Monate bestehen wird. Bitte stellen Sie daher sicher, dass ausreichend Kapazitäten in ihrer Geflügelhaltung für diese Maßnahme bestehen. Wir appellieren an alle Geflügelhalter, die Maßnahmen ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln. Bricht die Seuche in einer Geflügelhaltung aus, müssen alle Vögel dort getötet werden. Das will niemand!

Afrikanische Schweinepest Situation:
Weiterhin grassiert die Afrikanische Schweinepest in Wildschweinbeständen in den bekannten südöstlichen Grenzregionen zu Polen. Ein Geschehen hat sich in Sachsen bis in die Region Meißen vorgeschoben und ist damit nur noch 150 km von Bayern entfernt. Dazu kommen Ausbrüche in Schweinehaltungen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Baden-Württemberg, in Beständen also, die mitunter hunderte Kilometer von den Hot-Spots entfernt sind. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Viruseintrag dort regelmäßig auf Nachlässigkeiten des Menschen zurückzuführen ist. Das Seuchengeschehen ist somit insgesamt nicht vorhersehbar und in Osteuropa sehr vital.

Jeder, der Schweine hält (auch Minipigs und Hängebauchschweine zu Hobbyzwecken), soll sich dringend an notwendige Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen halten:
- Grundsätzliche Haltung im Stall mit Hygieneschleuse und separater Stallkleidung (Einmalkleidung)
- Jede abweichende Haltung (Auslauf- , oder Freiland) muss dem Veterinäramt im Vorfeld bekannt gemacht werden und bedarf der ausdrücklichen Genehmigung/Regulierung
- Futter und Einstreu soll vor Wildschweinen sicher geschützt lagern
- Schadnagerbekämpfung (da Virusverschleppung)
- Betriebshygiene und kein Zutritt betriebsfremder Personen
- Keine Entsorgung von Speiseresten als Schweinefutter
- Verzichten Sie auf Jagdbesuche in den betroffenen Gebieten! Das Virus ist sehr Umweltresistent und kann rasch über Kleidung oder Gegenstände und auch Vektoren (Jagdhund) verschleppt werden

Zudem muss jeder Schweinebestand regelmäßig durch einen speziell fortgebildeten Tierarzt betreut werden.

Auch hier gilt: Nur wenn jeder sich an die Regeln hält, kann das Risiko für alle gering gehalten werden. Bricht die Schweinepest in einer Haltung aus, müssen alle Schweine dort getötet werden. Das ist für alle Beteiligten überaus belastend!

Weitere Infos und Anforderungen sind der Schweinehaltungshygieneverordnung und der Schweinepestverordnung zu entnehmen.

Infos zum Seuchengeschehen unter www.fli.de oder www.lgl.bayern.de

Formulare für die Anmeldung der Tierhaltung sind auf der Homepage des Landratsamtes Haßberge über den Link Bürgerservice Veterinärwesen abrufbar www.hassberge.de