Kirchlauter
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Wanderwege in der Gemeinde Kirchlauter

Über den alten Rennweg

Wir beginnen unseren Spaziergang im Gutsgasthof in Pettstadt (1). Am Türsturz des Gasthauses sehen wir schon, dass wir es mit einem Altertum zu tun haben, das zu Recht unter Denkmalschutz steht.

Wir verlassen den Gutsgasthof, überqueren die Staatsstraße und befinden uns nun im landwirtschaft- lichen Betriebshof der Familie Andres. Rechts an den Gebäuden gehen wir vorbei und kommen nach 700 m auf den Rennweg, der im Volksmund nur "Hochstraße" genannt wird. Es handelt sich um eine alte Handelsstraße die von Hallstadt bei Bamberg einst bis nach Königshofen und weiter nach Erfurt führte. Die Tatsache, dass der Jahrhunderte alte Weg immer auf den Höhenrücken führt, hat ihm im Volksmund seinen Namen gegeben. Wenn wir den Wald verlassen, sehen wir geradeaus vor uns mitten in der Flur riesige große Sandstein-Grenzsteine (2). Sie zeigen uns die Grenze zwischen den einstigen Herrschaftsgebieten Bayern und Sachsen-Coburg-Gotha.

Die Häuser vor uns gehören zur Ortschaft Dörflis, die bis zum Jahr 1920 zur Königsberger Enklave mitten in Bayern gehörte und dem vorgenannten Herzogtum unterstand. Wir wenden uns nach links und erreichen nach weiteren 0,7 km die Verbindungsstraße die von Pettstadt nach Neubrunn führt.

Etwa 200 m weiter auf unserer Hochstraße haben wir rechterhand einen herrlichen Blick nach Neubrunn, über das Ebelsbach-Tal hinüber bis in den Steigerwald (3). Nach 2,3 km Wanderstrecke erreichen wir die Kreisstraße HAS 58 die Kirchlauter mit Neubrunn verbindet. Direkt an unserem Weg steht eine alte Steinmauer aus dem Jahr 1778 (4), die im Jahre 2000 vollkommen restauriert wurde.

Wer noch ein Denkmal sehen will, wendet sich auf der Kreisstraße nach rechts und hat nach 200 m nicht nur einen Blick in das Neubrunn-Tal und das gleichnamige Dorf, sondern steht auch an einem alten Bildstock, dem "Kreuzschlaafer" (5). Wenn wir nun von der Hochstraße auf der Kreisstraße weiter nach Kirchlauter gehen, sollten wir nicht versäumen, dem nächsten neugebauten Flurbereinigungsweg rechts etwa einen halben Kilometer weit zu folgen.

Nachdem wir das schmale Waldstück durchquert haben, genießen wir linkerhand (6) einen "Postkartenblick" auf die Ortschaft Kirchlauter. Pfarrkirche und Schloss lassen schon von dieser Stelle aus das hervorragende Dorfensemble erahnen. Zurück zur Kreisstraße gehen wir weiter Richtung Kirchlauter und sehen vor dem Ortseingang rechts eine weitere alte Sandsteinmarter. Sie wurde bei Abbrucharbeiten 1979 gefunden und hier aufgestellt. Die Votiv-Tafeln wurden 1985 eingesetzt und zeigen die vier Kirchenpatrone der Pfarrei. Maria für Kirchlauter, Andreas für Neubrunn, Ägidius für Lußberg und Matthäus für Breitbrunn (7).

An der Kreuzung nach Pettstadt sehen wir rechts eine Pieta aus dem Jahre 1771 (8). Wer noch Zeit hat und ein Gespür für Kultur macht nun einen kurzen Besuch in Kirchlauter. Sehenswert sind auf jeden Fall die Lauter-Quelle, das Schloss - bitte nur den Hof und nicht den Park betreten - , die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt - eine der einheitlichsten Rokoko-Kirchen im Landkreis -, der umgestaltete Kirchenvorplatz und die Bewohner der Kirchenstraße 6 lassen Sie sicherlich auch einen Blick in das dortige Schmiede-Museum werfen.(9) Wir jedoch gehen an der Kreuzung links Richtung Pettstadt und nach der Arztpraxis überqueren wir das Lauter - Tal bis auf die Höhe des alten Pettstadter Weges. Am kleinen Weiher (10) , 3,3 km haben wir da bereits zurückgelegt, wenden wir uns nach links und gehen auf dem Höhenweg oberhalb des Lauter-Tales in Richtung Pettstadt. Kurz vor der Ortschaft sehen wir noch ein altes Steinkreuz (11) und erreichen nach insgesamt 4,4 km (mit Postkartenblick 1 km mehr) Wanderstrecke wieder unseren Ausgangsort. Nachdem wir uns im Dorf, das im Jahre 2000 als schönstes Dorf Unterfrankens ausgezeichnet wurde noch etwas umgesehen haben, erwartet uns im Gutsgasthof die wohlverdiente Brotzeit.