Ebelsbach
Volltextsuche

Steinbach

Das Gründungsjahr Steinbachs lässt sich nicht exakt festlegen. Wahrscheinlich entstand der Ort zur Zeit der Besiedelung des Maintales durch die Franken, also im 7./8. Jahrhundert nach Christus. Es könnte sein, dass Steinbach im Jahr 1080 zusammen mit Zeil, Schmachtenberg und Ziegelanger von Kaiser Heinrich II. an das Kloster Michaelsberg in Bamberg geschenkt wurde. Später fiel es dann an den Bamberger Bischof.
Die erste schriftliche Erwähnung Steinbachs finden wir in einer Urkunde aus dem Jahr 1309. Diese berichtet, dass der Abt des Klosters Ebrach das Landgut Steinbach mit seinen Einkünften im Tausch gegen die halbe Stadt Volkach erhalten hat.
Die meisten Steinbacher waren Untertanen der Familie Fuchs von Bimbach, genauer deren Gleisenauer Zweig. Doch auch die Bistümer Bamberg und Würzburg, sowie die Herren von Rotenhan hatten Besitz im Ort. Von 1506 an ist uns eine Steinbacher Dorfordnung überliefert, die das Zusammenleben in der Dorfgemeinschaft regelte. 30 Haushalte sollen 1686 im Dorf bestanden haben, dazu zählten die Familienmitglieder und das Gesinde.

In der Zeit des schrecklichen Hexenwahns mussten zwischen 1616 und 1630 20 Steinbacherinnen ihr Leben auf dem Scheiterhaufen lassen. In diese Zeit fiel auch  der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648). Steinbach und seine Fluren wurden sowohl von den schwedischen als auch von den kaiserlichen Truppen heimgesucht und teilweise verwüstet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts durchzog die Armee Napoleons das Land: Der Steinbacher Schultheiß Tully wurde verschleppt und tauchte nie wieder auf. Auch etliche Wohnhäuser und Scheunen brannten nieder. Steinbach hatte früher nur eine Kapelle und gehörte zur Pfarrei Eltmann, ab 1556 zur Pfarrei Zeil. Die heutige Kirche wurde erst 1766 erbaut.

Der Beginn des 19. Jahrhunderts brachte das Ende des alten Reiches und Steinbach kam zu Bayern. Wichtig in dieser Zeit war der Bau der Landstraße Bamberg-Schweinfurt, die 1839 durch den Ort gebaut wurde (heute: B 26). Ab 1852/54 durchzog die Eisenbahnlinie Bamberg-Schweinfurt-Rottendorf-Würzburg die Gemeindeflur.
 
Kennzeichnend für Steinbachs Wirtschaftsleben ist der Weinbau, der mindestens schon seit 1335 hier betrieben wurde. Vom erzielten Weinertrag mussten die Steinbacher den "Weinzehnt" abführen: An das Kloster Michaelsberg in Bamberg und an die Pfarreikirchen in Eltmann und Zeil.
Im 16. Jahrhundert kauften die Herren von Rotenhan Weinberge in Steinbach. Am Erlesgraben besaß das Bamberger Katharinenspital Weingärten. Den Nonnen dieses Spitals standen zwei Drittel des Weinzehnts von den Dorfbergen zu; daher erhielt die Lage "Nonnenberg", einer dieser Dorfberge, ihren Namen. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts mussten die Steinbacher ihren Weinzehnt an Bamberg zahlen.

Die Weinbergsterrassen wurden früher in Fischgrätform angelegt und mit Trockenmauern befestigt. Im Laufe der Zeit verfielen sie teilweise. Erst 1979 bis 1989 fand eine groß angelegte Weinbergsflurbereinigung statt. Dabei wurden zwei Drittel der Steinbacher Weinberge nach modernen Bewirtschaftungsgrundsätzen saniert.
Das obere Drittel verblieb als historische Weinbergsanlage. Hier betreiben die Winzer Weinbau nach alter Tradition. So zeugt diese einzigartige Terrassenanlage noch heute von der früheren Kust des Weinbaus.
Durch die Gebietsreform kam Steinbach 1978 durch Verfügung zur Gemeinde Ebelsbach.



zurück