Ebelsbach
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Schönbrunn

Als die Franken im 7. und 8. Jahrhundert nach Christus unsere Gegend kolonisierten, wird wohl auch Schönbrunn entstanden sein. Es liegt nahe der alten Hochstraße durch die Haßberge. Im Jahre 741 soll das Dorf durch Graf Gumbert dem Bischof von Würzburg geschenkt worden sein. Darüber berichtet allerdings erst eine Überlieferung des späten 16. Jahrhunderts.
Nahe Schönbrunn befand sich die Wüstung Taberndorf. Auf die Existenz dieses verschwundenen Ortes weist auch der Flurname Doberleite hin. Erstmals urkundlich erwähnt wird Schönbrunn im Jahr 1125 unter dem Namen "Sconenbrunnen". 1317/1322 besitzt Wolfram von Glizzenberg den Zehnt dreier Höfe in Schönbrunn.
Im Jahr 1518 befand sich der Ort im Besitz des Fuchs auf der Wallburg, der hier als Würzburgischer Amtmann saß und in Schönbrunn zu dieser Zeit 18 Untertanen hatte.
Das Dorf gehörte zunächst zur Pfarrei Eltmann, 1390 wurde es der neu gegründeten Pfarrei Stettfeld zugeschlagen. Die Reformation wurde 1563 durch einen Beschluss des Ritterschaftskantons Baunach in Schönbrunn eingeführt. Die Gläubigen mussten zum Gottesdienst nach Gleisenau oder Rudendorf gehen, während Taufen, Trauungen und Beerdigungen bis ins Jahr 1819 noch vom katholischen Pfarrer aus Stettfeld vorgenommen wurden. 1699 bekannten sich von 67 Schönbrunnern 47 zum lutherischen Glauben. 1808 wurde die Gemeinde nach Gleisenau eingepfarrt.

1596 befand sich Schönbrunn im Besitz der Familie von Lichtenstein und hat 36 Herdstätten (Höfe). Carl August Julius Otto von Lichtenstein (1767 - 1845) verkaufte es an die jüngere Linie derer von Rotenhan zu Untermerzbach, diese veräußerten den Besitz wiederum an die Schönbrunner Bauern.
Im Mittelalter mussten die Einwohner Schönbrunns zum Unterhalt des Fährmanns von Eltmann beitragen. Sie zahlten ihm jährlich eine bestimmte Menge Korn und einen "Sendtaler". Als später die Mainbrücke erbaut wurde, steuerten sie jährlich zum Unterhalt der Brücke bei. Das waren im Jahr 1719 - 230 Pfund "Brückenkorn".
Während des französischen Krieges kam es 1796 zur Einquartierung von Tiroler Scharfschützen. Beim Durchmarsch des siegreichen französischen Heeres wurde das Dorf geplündert. Vier Jahre später zogen die Franzosen erneut durch Schönbrunn und weiter über die alte Haßberg-Hochstraße in Richtung Bamberg. Zu dieser Zeit war der Ort herrschaftlich dreigeteilt: Die Familie von Lichtenstein hatte 42 Untertanen, während die Groß von Trockau über 4 und das Hochstift Würzburg über 7 Untertanen verfügten. Gerichtlich gehörte Schönbrunn zur Cent Eltmann. Die Familienvorstände mussten pflichtgemäß dreimal jährlich an den Gerichtstagen teilnehmen, wo über die schweren Vergehen wie Mord, Notzucht, Brandstiftung oder Diebstahl befunden wurde.

Schönbrunn war früher von der Landwirtschaft geprägt und auch der Weinbau war von großer Bedeutung. Als jedoch 1870 die Reblaus eingeschleppt wurde, mussten alle Weinstöcke verbrannt werden. In der Folge wurden der Obstbau und die Dörrobstproduktion forciert, wobei die getrockneten Zwetschgen, Birnen und Äpfel von bekannt guter Qualität waren und mittels Schubkarren über die Hochstraße nach Bamberg transportiert wurden. Bis 1929 wurde außerdem eine Fischzucht betrieben. Der Fischteich befand sich an der Stelle des jetzigen Dorfplatzes.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Sandsteinindustrie für den Ort von Wichtigkeit. Die Firmen Vetter, Winterheit und Keller arbeiteten in den Brüchen nahe Schönbrunn.

1957 bekam Schönbrunn eine neue Wasserleitung. Die Ortsverbindungsstraße Gleisenau-Schönbrunn-Rudendorf wurde in den Jahren 1959 und 1964 ausgebaut und geteert. Schließlich erfolgte 1971 die Eingemeindung auf freiwilliger Basis nach Ebelsbach. Wichtig für die Schönbrunner war der Bau des Gemeinschaftshauses im Jahr 1974/75.



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