Ebelsbach
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Schönbach

Auf dem Hünenberg bei Schönbach entdeckte man Überreste aus der Vorzeit, die auf eine keltische Besiedlung (ca. 500 v. Chr.) hindeuten. Der Ort selbst, am Schönbach gelegen, dürfte in der Zeit der fränkischen Landnahme entstanden sein, also ungefähr im 7./8. Jahrhundert nach Christus. Schönbach soll dabei Teil der sogenannten "Gumbertschen Schenkung" gewesen sein: Eine Chronik von 1586 berichtet von Graf Gumbert, der dem Bischof von Würzburg Eltmann und 17 umliegende Dörfer schenkte, darunter soll auch Schönbach gewesen sein. Der Ort, zu dem auch der Weiler Schönbachsmühle gehört, lag im Amt Wallburg, einem Verwaltungsbezirk des Hochstifts Würzburg.

Eine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1230. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gibt es weitere schriftliche Belege: ein gewisser Aplo, genannt Zieche, erhielt zwei Teile des Zehnten in Schönbach, und Friedrich, der Sohn des Zieche zu Memmelsdorf, erhielt zwei Teile des Zehnten in Schönbach und eine Mühle.
Im 15. Jahrhundert besaßen sowohl das Hochstift Bamberg als auch das Hochstift Würzburg Güter im Ort. Mit dem Bamberger Besitz wurden die Herren von Rotenhan belehnt. Bis ins 15. Jahrhundert hatte auch die Familie von Herbilstadt (Herrnstadt) Besitz in Schönbach. Doch 1446 verkaufte Endres von Herbilstadt den Schönbacher Wald und eine halbe Mühle für 225 Gulden an Jobst von Rotenhan. Knapp ein Jahrhundert später kauften die von Rotenhan eine Wiese und ein Haus bei der Schönbachsmühle.

Um 1600 hatte Schönbach nur 10 Herdstätten (Höfe), davon standen je drei unter der Herrschaft von Würzburg, Bamberg und derer von Rotenhan. Ein Haus gehörte der Gemeinde.
Die niedere Gerichtsbarkeit stand den Lehensherren zu, die hohe Gerichtsbarkeit wurde durch das Hochstift Würzburg ausgeübt. Somit gehörte Schönbach zum Centgericht Eltmann. Mit Ausnahme der drei Untertanen derer von Rotenhan waren alle Einwohner katholischen Glaubens.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) soll die Schönbacher Einwohnerzahl stark dezimiert worden sein: Von 10 Höfen waren nur noch 2 bewohnt. Bis 1699 hatte sich die Zahl der Schönbacher Höfe auf 13 erhöht. Davon standen 8 unter der Herrschaft der Familie von Rotenhan. Deren Untertanen bekannten sich zum protestantischen Glauben und besuchten den Gottesdienst in Gleisenau.
Die Zahl der Dorfbewohner nahm im 18. Jahrhundert weiter zu: um 1800 hatte Schönbach 22 Häuser, davon waren 14 den Herren von Rotenhan untertan, der Rest gehörte dem Bistum Würzburg. Damals wurde in geringem Umfang Landwirtschaft betrieben, doch wichtiger war der Handel mit gedörrtem Obst, Hirse und sogar Wagenschmiere.
Die Kirche des Dorfes, St. Jakob, dürfte schon im 13. Jahrhundert entstanden sein und gehörte zur Pfarrei Eltmann. Der Bau weist am Chorbogen und an der Westwand noch heute Reste des spätromanischen Baustils auf.
Im 17. Jahrhundert war das Gotteshaus sehr baufällig, wurde aber erst im 18. Jahrhundert wieder instand gesetzt. Die Inneneinrichtung der Kirche ist im Barockstil gehalten.

Zwei Schönbacher mussten früher durch ihre Abgaben zum Einkommen des Pfarrers von Eltmann beitragen. Sie gaben im Jahr 1618 60 Eier zu Pfingsten, 4 Käse zu Werihnachten, 9 neue Pfennige zu Martini (11. November), 1 Huhn zu Fastnacht und ein "Zehnthuhn". Dazu kam auch ein Drittel des Getreidezehnts, bestehend aus Korn und Hafer. Der Kaplan von Eltmann las zwölfmal pro Jahr die heilige Messe in Schönbach.
Er wurde dafür aus Mitteln einer Stiftung des Jahres 1768 entlohnt. Schönbach ist heute noch überwiegend katholisch und gehört seit 1953 zur Pfarrei Ebelsbach. Schönbachs erste Schule wurde 1789 in einem ehemaligen Bauernhaus eingerichtet. 1838 und 1902 erfolgte jeweils ein Schulhausneubau.

Noch um 1900 war Schönbach nur über unbefestigte Wege erreichbar, die bei Regenwetter kaum mehr passierbar waren. Ab 1905 begann man in Gemeinschaftsarbeit mit dem Straßenbau. Wichtig war der Bau der Distriktstraße nach Dörflis 1926 bis 1929. Auch der Verbindungsweg zwischen Schönbach und Schönbachsmühle war noch 1894 eine Hohlgasse, die weder mit dem Fahrrad noch mit Schubkarre zu befahren war. Ab 1895 wurde der Weg nach und nach gepflastert.
Die Eingemeindung Schönbachs nach Ebelsbach erfolgte 1971 auf freiwilliger Basis.



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