Breitbrunn
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Lußberg

Eine der größten Erhebungen in den Haßbergen, die sich von Westen nach Osten erstreckt, ist der Lußberg. Am westlichen Ende des 460 m hohen Bergrückens ragt ein markanter Steinfelsen heraus, der heute als Veitenstein bekannt ist und der eine sagenumwobene Felshöhle birgt. Am Fuße des Veitensteins liegt die gleichnamige  Siedlung Lußberg am Lauterbach entlang, die ihren Namen nach dem Bergmassiv „Lußberg" erhalten hat.

Vielerlei Deutungen gibt es für diese Bezeichnung. Einsichtig wäre die Bedeutung, die sich von dem alten Wort „lusen" = schauen, gucken, das auch im englischen Wort „look" enthalten ist, ableitet. Es wäre dann eine Erhebung, von der aus man weit schauen kann bzw. ein Aussichtspunkt. Wahrscheinlich ist auch eine Eutung, die sich von dem alten deutchen Wort „Lusum" = Lust, Freude ableitet. Der Lußberg wäre dann einfach ein Ort, an dem man Freude, Wohlergehen und Lust empfindet und wo man sich wohl fühlt.

Der Name „Veitenstein" für den herausragenden Felsen und seiner Höhle direkt oberhalb der Siedlung Lußberg geht aber keinesfalls auf den hl. Vitus (Veit) zurück. Wohl eher verbirgt sich dahinter das alte Wort  „Feielstein" oder Veilchenstein", und gemeint ist damit ein aschgrauer Stein mit rötlichem Moos, das am Felsen haftet. Erst später hat man wohl durch die christliche Bezeichnung mit dem hl. Vitus dem geheimnisvollen Ort, an dem man eine alte heidnische Kultstätte vermutete, das Schreckliche und Böse, das dem Platz anhaftete, genommen. Die am Felsen wohl im 15. Jahrhundert angebrachten Kreuze und Namen wie „Jesus" untermauern diese Vermutung.

Wegen der christlichen Zeichen wurde von einigen Forschern immer wieder behauptet, dass in der Höhle ein Eremit gewohnt hätte. Zwischen 1737 und 1760 gab es in Lußberg tatsächlich einen Eremiten und dies blieb vielleicht in der Überlieferung wach. Dieser hat aber nachweislich bei der Kapelle gewohnt.

Tatsächlich bestätigen Funde einer Jura-Harnspitze unmittelbar am Eingang der erst Mitte der 70er Jahre komplett freigelegten Höhle und eines Steinbeiles im Tal unterhalb des Veitensteins durch einen aufmerksamen Lußberger, dass  in der Jungsteinzeit, also zwischen 4000 und 2000 v. Chr., bereits Menschen hier lebten und die Höhle möglicherweise als Wohnung nutzten. Scherben von Tonkrügen und Reste von Arbeitsgeräten lassen die Höhle noch im 14. und 15. Jahrhundert als Aufenthaltsort von Menschen vermuten.

Auch die bereits erwähnte prähistorische Ringwallanlage „Hembürg" auf dem Sporn des Lußberges, die unter anderem zur Sicherung eines sehr alten Durchgangsweges bzw. auch der auf der Höhe vorbeiführenden Hochstraße diente und die ebenfalls in die Jungsteinzeit zurückreichen soll sowie angebliche Hügelgräber auf dem Lußberg unterstützen zumindest die Tatsache verhältnismäßig früher menschlicher Spuren bei Lußberg.

Die heutige Siedlung Lußberg ist möglicherweise aus Untertanen der Grafen von Truhendingen entstanden, die im Amt Stufenberg/Baunach auf dem Lußberg Brennöfen und Töpfereien für Gebrauchsgeschirr bis 1308 unterhielten. Aus einem Abfallhaufen dieser ehemaligen Töpfereien wurde 1969 das Bruchstück eines „Spiel oder Schachbretts gefunden, das ins 13. Jahrhundert datiert und damit zum ältesten Fund dieser Art in Europa gezählt werden kann.

Im März 1397 verkaufte Graf Johann von Truhendingen alle seine Güter wieder an den Bamberger Bischof Lamprecht von Brunn und somit auch Lußberg. Dort blieb es und wurde im Bamberger Amt Baunach/Stufenburg seither erfasst.

Durch die Lage direkt an der Würzburger Zentgrenze Eltmann/Wallburg, in deren Hochgerichtsbezirk Lußberg gehörte, kam es immer wieder zu Differenzen zwischen beiden Hochstiften.

Nach der Säkularisation kam Lußberg 1814/15 zum Landgericht Gleusdorf und 1862 zum Landgericht Baunach und Rentamt Ebern.

Seit 1978 ist Lußberg nach Breitbrunn eingemeindet.


...mehr dazu siehe auch „Breitbrunn 875 Jahre" von Dr. Norbert Kandler
„Kirchen, Kapellen und Schloß in der Pfarrei Kirchlauter" von Dr. Norbert Kandler/"Rund um den Veitenstein" Herausgeber Haßbergverein Veitenstein Breitbrunn und Brüder Köder, Schweinfurt

zu beziehen über die Gemeinde Breitbrunn



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