Breitbrunn
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Hermannsberg





Die Entstehung dieser Siedlung geht sicherlich auf den Besitz dieser Hanglage durch einen Ritter und Ministerialen namens Herimann oder Hermann zurück, an der schließlich ein Gut gebaut wurde.

Mit dem Verkauf der 16 Güter in Breitbrunn durch Dietrich und dessen Frau Elisabeth von Hohenberg am 28. September 1338 wird der Name erstmals in einer Urkunde aufgeführt. Dietrich behielt sich damals ausdrücklich den Hermannsberg zurück, „der da liegt diesseits des Wassers (Köhlerbach), das da scheidet die Gemarkung zu Breitbrunn und der sich mit einer Seite ziehet gegen die Gemarkung von Stettfeld und mit einem Ort auf das Holz der Putzendorfer".

Irgendwie kam das Rittergut in den Besitz der Gebrüder Dietrich und Konrad von Bickenbach, die es im Jahre 1384 an Ludwig IV. von Rotenhan veräußert. Somit war diese Ritterfamilie aus Rentweinsdorf für Jahrhunderte im Besitz des Hofes und nahm ihre Rechte wahr.

...Wahrscheinlich wirtschaftliche Gründe zwangen Wilhelm von Rotenhan zu Rentweinsdorf am 27. September 1603 dazu, den Bamberger Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel zur Zustimmung einer Verpfändung des Hofes Hermannsberg für 2.500 Gulden zu bewegen.

Am 10. November 1625 kaufte der inzwischen auf Eyrichshof wohnende Adam Hermann von seinen Neffen Has Georg, Hans Wilhelm und Wolf Christoph den Hof für 13.000 Gulden und empfing ihn 1626 als Bamberger Lehen.

Der Hof galt als zehntfrei soweit das ritterliche Gut reichte, nicht aber die Lehen in unmittelbarer Nachbarschaft.

...Vermutlich durch die Wirren des 30jährigen Krieges und den damit immer wieder verbundenen Reparationszahlungen war das Gut offenbar inzwischen soweit heruntergewirtschaftet, dass es keinen Gewinn mehr abwarf, wie ein Bericht vom Jahr 1661 schildert: „Hermannsberg ist eine Wildnis und Einöde und keinen Kreuzer mehr wert.

Damit es nicht ganz über den Haufen falle, sollten wenigstens die Felder bestellt werden, die allerdings inzwischen ganz mit Holz und Sträuchern Oberwachsen sind.

Den Hof kaufte schließlich Truchseß zu Wetzhausen im Jahre 1670 von den Rotenhan. Zehn Jahre später war er offenbar wieder im Besitz der Familie, denn im Juni 1680 forderte Johann Georg von Rotenhan die Leute um Hermannsberg auf, aus den Feldern das Holz zu chlagen, um sie wieder bebauen zu können. 47 Personen hatten sich eingefunden und ein Jahr darauf, im Mai, noch einmal 63 Personen.

Auch Hermannsberg kam, wie die anderen umliegenden Siedlungen, im Jahre 1691 durch Kauf in den Besitz der Familie von Guttenberg bzw. des Würzburger Bischofs und wurde seither im Amt und Zent Kirchlauter verwaltet.

...Nach der Auflösung des Hochstifts Würzburg wurde aus Hermannsberg (40 Einwohner) mit Edelbrunn (20 Einwohner) und der Finkenmühle 1814/18 eine Gemeinde gebildet, die ins Landgericht Gleusdorf und Patrimonialgricht Kirchlauter, ab 1862 ins Landgericht Baunach und Rentamt bzw. Bezirksamt Ebern gehörte.

1970 wurde Hermannsberg nach Breitbrunn eingemeindet.

Auszüge aus „Breitbrunn 857 Jahre" von Dr. Norbert Kandler, herausgegeben 1998


Zu beziehen über die Gemeinde Breitbrunn



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