Breitbrunn
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Hasenmühle

Die Hasenmühle steht an der Stelle des alten Kottendorf, das im 13. Jahrhundert zum Besitz der Grafen von Truhendingen gehörte. ,Schon Anfang des 15. Jahrhunderts schien die Siedlung aus unbekannten - möglicherweise aus wirtschaftlichen - Gründen eingegangen zu sein. Grund und Boden der Wüstung wurden zwischen den Jahren 1450 und 1550 jedenfalls an viele Bürger und Ministerale in der Umgebung verpachtet. Schon 1556 aber hat dort an alter Dorfstelle wieder eine Mühle mit Wohnhaus an der Lauter im Besitz von Lorenz Deger gestanden. 1591 kam die Mühle durch Kauf an Gans Haas, nachdem sie vermutlich seither „Hasel-„ bzw. „Hasenmühle" genannt wurde. Möglich wäre eine Benennung aber auch nach dem „Haselgrund", in dem die Mühle lag.

Bald folgten weitere Häuser (1597 insgesamt 3). In den schriftlichen Quellen heißt die Siedlung immer noch Wüstung Kottendorf in der Hasenmühle, aber ab 1625 hatte sich der neue Name durchgesetzt.

Da das alte Kottendorf im Bamberger Hoheitsgebiet lag, wurde auch die neu errichtete „Hasenmühle" im Amt Baunach/Stufenberg verwaltet, gehörte aber trotzdem ins Hochgericht Eltmann/Wallburg. Direkt bei der Mühle stießen nämlich zwei Hochgerichtsbezirke (Zenten) aufeinander, wie es in alten Berichten des 16. Jahrhunderts heißt: ...da die zwei Zenten Bamberg und Würzburg sich scheiden.... Zu Kottendorf (alters) bei der Eichen daran ein Kreuz gemacht, bei der Melermarter, am Kreuzweg im Haselgrund mitten im Bach..." Wahrscheinlich ist die Grenze die Stelle gewesen, wo die Straße vom heutigen Kottendorf zur Hasenmühle bzw. die von Kirchlauter her sich kreuzten und wo früher eine kleine Straßenkapelle stand, die 1922 beim straßenausbau etwas verrückt wurde.

Diese Kapelle steht etwas erhöht über der Straße westlich der Hasenmühle im Winkel der Straßen nach Kirchlauter und Kottendorf. Die jetzige Kapelle wurde 1922 errichtet von der Familie Mahr aus der Hasenmühle. Nach der Überlieferung sei 1692 das Kind einer damals protestantisch gewordenen Familie Mahr in den Bach gefallen. Es wurde für tot angesehen und bereits der Pfarrer in Kirchlauter zur Beisetzung gebeten. Auch ein Versprechen nach Vierzehnheiligen wurde gemacht. Als der Vater von Kirchlauter zurück kam, lebte das Kind. Aus Dankbarkeit wurde damals eine Kapelle errichtet.

Auf dem Altar steht eine kleine holzgeschnitzte Pieta, eine bäuerliche Arbeit aus dem 18. Jh. Der Altarsockel trägt die Inschrift." Laß mich Mutter mit dir weinen laß mich teilen deinen Schmerz"

Seit der Neugründung von Kottendorf gehörte die Hasenmühle zu diesem Ort bzw. später zur Gemeinde Lußberg.


Quellen: „Breitbrunn 875 Jahre" von Norbert Kandler /"Die Denkmale der Pfarrei Kirchlauter" von Manfred Zentgraf



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