Breitbrunn
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Edelbrunn

 


Hinter dem heutigen Weiler verbirgt sich eine viel ältere Slawen- oder Wendensiedlung, die sich im Grunde bis heute noch in der Flurbezeichnung bzw. im Volksmund als „Gebitzn, Göbitz, Gäwizn, Godwitz" gehalten hat. Das slawische Wort „god" bedeutet so viel wie geeignetes, gutes, ertragreiches Land. Möglicherweise geht die Bezeichnung aber auch auf die Gründung eines „Godovici" zurück.

Schon Anfang des 14. Jahrhunderts wurde „Gödwitz" als verlassen und wüst aufgeführt und nur der dortige Grund, Boden oder Wald bewirtschaftet bzw. an Ministeriale verliehen.

Wohl erst im 16. Jh. Bildete sich auf dem Areal des alten Göbitz, das damals in der Hand der Ritter- und Edelfamilie von Rotenhan lag, ein Hof oder eine Siedlung, die man „Edelbrunn" nannte, weil sie an einem Brunnen oder in der Nähe von Breitbrunn lag. Es war also die Siedlung eines Edelmannes oder von Untertanen eines Edelmannes.

Erstmals erwähnt wurde das alte „Gödwitz" um 1319/20 mit der Belehnung von Zehntanteilen für Wolfram von Gliezemberg durch den Würzburger Bischof. Bald darauf muss die Abtei St. Michael zu Bamberg in den Besitz der Wüstung gekommen sein, denn im Jahre 1342 teilte der Bamberger Bischof Leupold dem Zeiler Vogt Johann Fuchs mit, dass wegen der Wüstung „Godwitz" von der ihm und dem Kloster je die Hälfte gehörten, noch Absprachen getroffen werden müssten. Zehntanteile auf dem „Goebitzberg" haben 1505 Jörg Fuchs und Dietrich Wolf, 1508 Jörg Fuchs, damals Amtmann von Bramberg, bzw. 1515 Dietrich Fuchs zu Simbach.

An die Abtei St. Michael zahlten in den Jahren 1424 bis 1436 bald ein Dutzend verschiedene Pächter für Acker- und Bodennutzung in der Wüstungsflur . In den Rechnungsbüchern der Abtei weist die Bemerkung angelegten Flurbezeichnung von Peter Zweidler sind des Schreibers aus dem Jahre 1463 „dieses ist einst ein Dorf gewesen, aber jetzt öde..." darauf hin, dass Göbitz tatsächlich einmal eine Siedlung gewesen sein muss.

Um 1350 soll die Familie von Rotenhan zu Rentweinsdorf bereits Waldgehege in der „Godwicz" besessen haben. Jedenfalls wurde Götz von Rotenhan im Februar 1401 vom Kloster St. Michael zu Bamberg mit Gütern in „Godwitz" belehnt. Diese Belehnungen wiederholten sich 1442 für Götz zu Rentweinsdorf bzw. für Marx zu ,Ebelsbach, der sie 1452 als Afterlehen an seinen Neffen Georg Kottner gab.

...Im Jahre 1599 müssen aber bei der Göbitz bereits Häuser gestanden haben, denn bei einer Hochzeit zu Kirchlauter wird erstmals am 13. Juni des genannten Jahres ein Zeuge Burkard Walter zu „Etlenbrun uf der Göbitzen" genannt. Auf der 1599 angelegten Flurzeichnung von Peter Zweidler sind ebenfalls schon vier Häuser zu sehen.

Auch Edelbrunn kam durch Tausch und Kauf in den Besitz der Familie von Guttenberg zu Kirchlauter und somit 1691 zum neu errichteten Amt der Zent Kirchlauter, wohin es einen Schöffen (1691 Peter Grübert) zu stellen hatte.

Nach 1803 kam Edelbrunn mit 20 Einwohnern 1818 bzw. 1839/40 zur Gemeinde Hermannsberg und wurde 1970 mit nach Breitbrunn eingemeindet.


Quelle: „Breitbrunn 875 Jahre" von Norbert Kandler



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