Breitbrunn
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Erlebniswelt fränkischer Sandstein

21.09.2020

Weißer Mainsandstein
In der Epoche des Keupers lagerten sich vor rund 220 Millionen Jahren in Flusstälern und Überschwemmungszonen auf dem Gebiet des heutigen Frankens mehrere Meter mächtige homogene sehr helle Sandsteinkörper ab, die nach terrestrischen Hebungsvorgängen heute etwas westlich der Keuperstufe an die Erdoberfläche treten. In Unterfranken schneiden der Main und vor allem das Ebelsbachtal diese Lagerstätten an.

Historischer Steinabbau
Seit dem Mittelalter wird der weiße Sandstein, der auch als Coburger Sandstein bekannt ist, im nördlichen Steigerwald und den südlichen Haßbergen gebrochen und für den Bau besonderer Gebäude, wie den Bamberger Dom, verwendet. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die handwerkliche Steinhauerei in kurzer Zeit zu einem mächtigen Industriezweig, der sich insbesondere auf die Herstellung von Schleifsteinen konzentrierte und diese weltweit verkaufte. Firmen wie die „Bayer. Schleifsteinwerke“ der Brüder Ankenbrand und die „Deutschen Steinwerke“ von Conrad Vetter, beschäftigten bis zu 800 Mitarbeiter in ihren Brüchen – die ganze Region war von der Sandsteinindustrie abhängig.

Heutige Situation
Die Sandsteinindustrie verlor nach dem Zweiten Weltkrieg massiv an Bedeutung. Heute ist das Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser der größte Steinbruchsbetreiber der Region. Doch weit mehr als die aktuelle Sandsteinindustrie prägen die Sandsteinfelsen, die vielen Steinbrüche, die Gebäude aus dem hellen Baustoff und die Verbindung nahezu aller einheimischen Familien zur Sandsteingewinnung die Region. Das Thema ist überall in der Region visuell präsent, jedoch nirgends informativ und ansprechend aufbereitet.

Die Erinnerung an eine lange Tradition, die einstmals bedeutender Wirtschaftsfaktor für unsere Gemeinde und die gesamte fränkische Region war, braucht ihren Platz. Zudem erfolgt auch heute noch hier in unseren Gemarkungsgrenzen aktiver Sandsteinabbau.
Bundesrepublikweit wird noch immer unser Sandstein an bedeutenden Gebäuden verbaut.
Das Erbe unserer Väter würdigen und ein Stück Geschichte unseres Landkreises, unserer gesamten fränkischen Region aufzeigen und erlebbar mach, das streben wir mit unserem Projekt „Erlebniswelt fränkischer Sandstein“ an.

Der Kunstreferent der Diözese Würzburg, Dr. Jürgen Lenssen, sagte zur Bedeutung der Steinbrüche in Franken:

• „Steinbrüche sind der Schoß, aus dem das Erscheinungsbild Frankens geboren wird“,
• und (er) stellt weiter fest, es gebe in Deutschland kaum eine andere Landschaft, die so deutlich von der Bildhauerei geprägt sein, wie Franken.
• Er verwies auf die zahlreichen Kirchen, Kapellen, Bildstöcke und Wegkreuze, die unsere Landschaft prägen.
• „Der gewachsene Stein atmet den Geist der Ewigkeit“ sagte der Kunstreferent der Diözese (Main-Post 2013)

Somit kann von einer grundsätzlich hohen Bedeutung des obermainischen Sandsteins nicht nur für Breitbrunn und die Nachbargemeinden sondern auch für das gesamte nördliche Franken ausgegangen werden, die allerdings noch nicht in allen Themenaspekten ausreichend an die Öffentlichkit gebracht wurde.

Die bestehenden Defizite können auch im Rahmen eines Breitbrunner Sandsteinprojektes ausgeglichen werden.